Pragmatismus

Ein neuer Name für einige alte Denkweisen
Was ist Wahrheit? Dieser Frage können wir uns annähern, indem wir sagen: Wahrheit liegt immer dann vor, wenn eine Vorstellung, die wir uns von der Wirklichkeit machen, eben dieser Realität entspricht. Aber was, wenn „die eine Wirklichkeit“ für uns in letzter Konsequenz unerkennbar ist? Müssen wir uns dann vom Begriff der Wahrheit verabschieden? Der amerikanische Psychologe und Philosoph William James versucht dieses Problem auf sehr unkonventionelle Weise zu lösen: Er schlägt vor, dass wir unsere Überzeugungen in Bezug darauf prüfen sollten, welche praktischen Folgen sie für unser Handeln haben. Macht es einen praktischen Unterschied, diese oder jene Auffassung anzunehmen? Und wenn ja, worin besteht dieser Unterschied? Anstatt Wahrheit im Sinne eines starren Realitätsbezuges zu definieren, wird sie so bestimmt, dass sie den Erfolg unseres Handelns zum Ausdruck bringt. Begriffe, Theorien und weltanschauliche Überzeugungen werden zu Arbeitsinstrumenten in den Händen des Menschen, zu Hypothesen, mit denen er die Wirklichkeit in seinem Sinne gestalten kann. Diese gleichermaßen faszinierende wie hochumstrittene Denkweise nennt James „Pragmatismus“. Hinter dieser zunächst sehr nüchtern anmutenden Auffassung von Wahrheit verbirgt sich ein philosophisches Problem ersten Ranges: James - ein jüngerer Zeitgenosse Charles Darwins - erkennt, dass ein von den Fortschritten der Naturwissenschaft beflügelter,weltanschaulicher Materialismus die Gefahr in sich trägt, unsere religiösen und moralischen Überzeugungen vollends zu zerstören. Unsere Welt wird zum Gegenstand der Naturerklärung, unser Dasein sinnlos. James’ Pragmatismus ist von dem alten Traum abendländischer Denker geleitet, Wissenschaft einerseits, Religion und Moral andererseits zu harmonisieren. Wie, so lässt sich das Problem
zusammenfassen, können wir uns der Vorteile von Wissenschaft und Technologie bedienen, ohne dabei unseren traditionellen Bestand an sittlichen Wahrheiten aufzugeben? James’ Philosophie, in ihrer Zielsetzung dem Denken Immanuel Kants nicht unähnlich, ist Kritik an der Metaphysik einerseits, Rehabilitierung ihrer wesentlichen Inhalte andererseits. Der Schlüssel zu diesem kühnen Versuch einer Versöhnung des scheinbar Gegensätzlichen ist nach James die „erfolgreiche Praxis“ des Menschen. Zur Lektüre und gemeinsamen Diskussion empfohlen wird die Ausgabe von
James’ „Pragmatismus“ im Felix Meiner Verlag. Philosophische Vorkenntnisse werden nicht
benötigt!



Zur Lektüre und gemeinsamen Diskussion empfohlen wird die Ausgabe von
James’ „Pragmatismus“ im Felix Meiner Verlag. Philosophische Vorkenntnisse werden nicht
benötigt!

9 Abende, 04.03.2022 - 29.04.2022
Freitag, wöchentlich, 18:30 - 20:00 Uhr
9 Termin(e)
Simeon Elias Hüttel
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VHS Schulungszentrum, Maria-Kundenreich-Straße 4, 54634 Bitburg, Raum 14, 1 OG
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